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Eintrag 15: Von Menschen, Veränderungen und Konsequenzen

Jeder sagt, dass ein Jahr schnell vorbei ginge, wenn man einfach in seinem Leben weiter macht und nicht gerade am anderen Ende der Welt ein paar Abenteuer erlebt, keinerlei Veränderungen statt finden werden.
"Was gibt es Neues?" ist wohl die Frage, die irgendwie alle mit einem "nichts" beantworten. Natürlich hatte man vom Hochwasser oder manchen politischen Affären mitbekommen. Egal ob in Amerika, Australien oder Neuseeland.

Komisch ist es dann dennoch nach der Rückkehr feststellen zu müssen, dass die Autos in der Nachbarschaft mit alten Kreis Nummerschildern fahren, dass vor der Eckkneipe die Wirtin Gisela neben Rocker Hans-Martin die Zigaretten rauchen, dass man mehr Geld beim Minijob im Monat verdienen kann, dass der unfälschbare Euroschein nun einen noch unfälschbareren Nachfolger bekommen hat oder dass sich Veränderungen eben doch in einem selbst oder dem Gegenüber, vollzogen haben.

Natürlich ist die erste Euphorie des Wiedersehens der beste Blocker um Veränderungen, die auf der zwischenmenschlichen Ebene zwischen zwei Menschen passiert sind, zu verdrängen. Alles soll ja auch so sein, als hätte man sich nicht ein ganzes Jahr nicht gesehen. Es werden die gleichen Gespräche geführt, über alte Erlebnisse gequatscht und gemeinsam gelacht. Nur langsam und mit der Zeit stellt man vielleicht fest, dass doch etwas anders ist.
So komme ich also nicht umhin mich zu fragen: Wenn in der Eifel wieder Autos mit Registrierung auf den Altkreis Schleiden fahren, ist es dann nicht naiv zu glauben, dass sich Menschen nicht auch verändert haben?

Da ist die Person, die sagte, dass man sich direkt wieder sehen müsse, wenn man zurück in Deutschland sei, die bis dato bis auf eine Freikarte nicht wirklich etwas von einem wollte. Da ist eine Hausparty, zu der man keine Einladung mehr bekommt, obwohl man sich sicher ist, dass man vor über einem Jahr noch ohne Bedenken eingeladen gewesen wäre. Oder da ist dieser tolle Typ, der ein Jahr lang auf jemanden gewartet hat und nun doch alles anders ist, als man ursprünglich dachte.

Erst sitze ich also im Cafe diesem bezaubernden Mann gegenüber um festzustellen, dass die einzige Person, die sich verändert und für die Konsequenzen zu sorgen hat, ich selber bin, bevor wir die Rechnung nach einem dreistündigen Frühstück begleichen, gemeinsam noch ein paar Meter laufen und uns wie erwachsene Menschen mit einer Umarmung, drei Wangenküsschen und einer Ghettofaust verabschieden, mit dem Wissen, dass ab jetzt alles anders sein wird, als es vorher schon war.
Abends dann auf der Couch bei Film und ungeöffneten Alkoholfalschen die Überlegungen an die nicht ausgesprochene Einladung. Während die engsten Freunde bei Gin Tonic und selbstgemachten Burgern zusammensitzen und man selbst auf der Couch des besten Freundes den Gedanken nachhängt, was wohl der Auslöser war, nicht mehr dazu zu gehören, weiß man doch, dass Veränderungen stets Konsequenzen mit sich bringen.

Ob es die Entscheidung des Verkehrsministers ist, die zur Folge hat, dass Autobahnspiele, die davon handeln, welches Nummernschild zu welchem Kreis gehört, erschwert werden, ob durch neue Gesetze Anwohner, speziell in Sommernächten, erhöhten Lärmbelästigungen ausgesetzt sind, sich die Arbeitsstunden im Monat für einen Studenten erhöhen oder Bezahlungen an Kassenautomaten mit neuen Geldscheinen unmöglich gemacht werden, ob Zwischenmenschliche Beziehungen anders geworden sind oder nicht. All diese Dinge sind Konsequenzen, mit denen wir uns täglich auseinander zu setzen haben. Gegen die wir aber, weil sie uns von anderen vorgeschrieben, aufgezwungen oder vorgelebt werden, nichts tun können, als sie zu akzeptieren und zu lernen, damit umzugehen.

Denn am Ende es ist doch so: Dinge ändern sich, die anderen ändern sich, man selbst ändert sich, aber so lange man sich selbst treu bleibt, seine Krone richtet und weiter schreitet, kann man mit jeden Konsequenzen und mit einem Lächeln auf den Lippen leben.

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